Arbeitskleidung und Schutzkleidung werden oft synonym verwendet, sind aber nicht dasselbe. Die Unterscheidung ist insbesondere für Arbeitgeber wichtig, die für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter verantwortlich sind. In diesem Artikel erklären wir den Unterschied und wann jeder zutrifft.
Was ist Arbeitskleidung?
Unter Arbeitskleidung versteht man alle Kleidungsstücke, die bei der Ausübung eines Berufs getragen werden. Es handelt sich um ein umfassendes Konzept, das sowohl ein einfaches Poloshirt mit Firmenlogo als auch einen zertifizierten flammhemmenden Overall umfasst. Arbeitskleidung zielt auf Funktionalität, Wiedererkennbarkeit und Komfort am Arbeitsplatz ab. Sehen Sie sich das gesamte Sortiment an unter Arbeitskleidungsseite von Tricorp.
Arbeitskleidung muss nicht zertifiziert sein. Arbeitshosen mit Cordura-Verstärkungen schützen die Knie mechanisch, sind daher aber nicht automatisch Schutzkleidung im rechtlichen Sinne. Es handelt sich um funktionelle Arbeitskleidung, die länger hält.
Was ist Schutzkleidung?
Schutzkleidung ist eine Unterkategorie der Arbeitskleidung, die bestimmte europäische Sicherheitsstandards erfüllt und als persönliche Schutzausrüstung (PSA) zertifiziert ist. Die Kleidung wurde von einer anerkannten Stelle geprüft und trägt ein CE-Zeichen. Es bietet nachweisbaren Schutz vor bestimmten Gefahren.
Beispiele für Schutzkleidung sind Flammhemmende Arbeitskleidung (EN ISO 11612), antistatische Arbeitskleidung (EN 1149), Warnschutzkleidung (EN ISO 20471) und Kleidung, die vor Chemikalien schützt (EN 13034). Jede dieser Normen stellt spezifische Anforderungen an das Material, die Konstruktion und die Leistung der Kleidung.
Wann ist Schutzkleidung Pflicht?
Nach dem Arbeitsschutzgesetz ist Schutzkleidung Pflicht, wenn die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes darauf schließen lässt. Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, die Risiken einzuschätzen und für angemessenen Schutz zu sorgen. Bei Gefahr des Kontakts mit Flammen, Elektrizität, gefährlichem Verkehr oder Chemikalien ist zertifizierte Schutzkleidung Pflicht und muss kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
Normale Arbeitskleidung reicht nicht aus, auch wenn sie robust und professionell aussieht. Nur Kleidung mit der richtigen CE-Kennzeichnung und Norm bietet den gesetzlich geforderten Schutz.
Arbeitskleidung mit Schutzelementen: eine Grauzone
Manche Arbeitskleidung fällt in eine Grauzone: Sie hat schützende Eigenschaften, fällt aber offiziell nicht unter zertifizierte Schutzkleidung. Ein gutes Beispiel sind Arbeitshosen mit Knieschonern. Dies bietet mechanischen Schutz für die Knie, ist jedoch nicht als PSA zertifiziert. Weitere Informationen zum Schutz der Knie durch Arbeitshosen mit Knieschonern finden Sie im Artikel Schützen Sie Ihre Knie mit Arbeitshosen mit Knieschonern.
Bei Arbeiten, bei denen die Knie gefährlichen Bedingungen ausgesetzt sind, wie z. B. Arbeiten mit scharfen oder heißen Materialien, kann über der Arbeitshose ein zusätzlicher zertifizierter Knieschutz erforderlich sein. Bei Zweifeln über den erforderlichen Schutz ist stets die Fachkraft für Arbeitssicherheit zu konsultieren.
Fazit: zwei sich überschneidende Kategorien
Jede Schutzkleidung ist Arbeitskleidung, aber nicht jede Arbeitskleidung ist Schutzkleidung. Der Unterschied liegt in der Zertifizierung und dem nachweisbaren Schutz vor bestimmten Gefahren. Für die meisten täglichen Aktivitäten reicht gute funktionelle Arbeitskleidung aus. Sobald am Arbeitsplatz erhöhte Risiken bestehen, ist zertifizierte Schutzkleidung gesetzlich vorgeschrieben.

































